Wer in die Schweiz reist oder online in Franken bezahlt, kennt die Frage: Was ist mein Euro gerade wert? Die Antwort schwankt täglich – dieser Artikel zeigt den aktuellen Wechselkurs, erklärt die Stärke des Frankens und gibt Tipps für den Geldwechsel, gestützt auf Daten der SNB und Prognosen von Grossbanken.

Aktueller Kurs (1 EUR in CHF): 0,93 CHF (Stand: August 2026) ·
Wöchentliche Schwankungsbreite: 0,9230 – 0,9363 ·
Jahreshoch 2024: 0,96 CHF ·
SNB-Policy-Rate: 0,00 %

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Ob der Euro 2026/2027 gegenüber dem Franken aufholt
  • Zeitpunkt und Umfang zukünftiger SNB-Interventionen
  • Einfluss geopolitischer Krisen auf die Franken-Nachfrage
3Zeitleisten-Signal
  • 2015: SNB hebt Mindestkurs auf – Franken steigt auf 0,85 CHF/EUR (SNB (Zentralbank))
  • 2025: Jahreshoch 0,9668 CHF (März), Jahrestief 0,9224 CHF (November) (Exchange-Rates.org)
  • August 2026: Kurs um 0,9350 CHF/EUR (SNB (Zentralbank))
4Wie es weitergeht

Sieben Werte, ein klares Bild: Der Franken ist strukturell stärker als der Euro. Die folgende Tabelle fasst die Kennzahlen zusammen.

Kennzahl Wert
Aktueller Wechselkurs 1 EUR = 0,93 CHF (August 2026, SNB (Schweizerische Nationalbank))
Jahreshoch 2025 0,9668 CHF (14. März 2025, Exchange-Rates.org)
Jahrestief 2025 0,9224 CHF (13. November 2025, Exchange-Rates.org)
6-Monats-Durchschnitt (Wise) 0,9239 CHF (Wise (Fintech-Anbieter))
SNB-Policy-Rate 0,00 % (seit 20.06.2025, SNB (Zentralbank))
Inflation Schweiz (2025) 1,2 %
Inflation Eurozone (2025) 2,4 %

Die Implikation: Die niedrige Inflation und die Nullzinspolitik der SNB machen den Franken für Anleger attraktiv – und für Euro-Reisende teuer.

Wer ist stärker: der Euro oder der Schweizer Franken?

Aktuelle Kursentwicklung (EUR/CHF)

  • Am 10. August 2026 notierte die SNB einen Kurs von 0,9344 CHF pro Euro (SNB (Schweizerische Nationalbank)).
  • Die EZB gab für denselben Zeitraum Referenzkurse um 0,93 CHF an (Europäische Zentralbank (EZB)).
  • Der 6-Monats-Durchschnitt bei Wise lag bei 0,9239 CHF, mit einem Höchststand von 0,9390 CHF.
Der Kernbefund

Der Franken notiert seit Jahren über dem fairen Wert – gemessen an Kaufkraftparität. Für Euro-Besitzer bedeutet das: Jeder Einkauf in der Schweiz ist strukturell teurer.

Langfristige Wertentwicklung seit 2000

  • Vor 2015 lag der Kurs bei rund 1,20 CHF pro Euro, gestützt durch einen Mindestkurs der SNB.
  • Seit der Finanzkrise 2008 ist der Franken gegenüber dem Euro um rund 30 % gestiegen.
  • Am 15. Januar 2015 hob die SNB den Mindestkurs überraschend auf; der Franken schnellte auf 0,85 CHF.
Die Kehrseite

Die starke Währung belastet die Schweizer Exportwirtschaft. Ein Kurs unter 0,95 CHF bedeutet für viele Maschinenbauer rote Zahlen im Euro-Geschäft.

Einfluss der Schweizerischen Nationalbank (SNB)

  • Die SNB hält ihren Leitzins seit Juni 2025 bei 0,00 %.
  • Sie interveniert regelmässig am Devisenmarkt, um eine Überbewertung des Frankens zu verhindern.
  • Die Währungsreserven der SNB betrugen zuletzt rund 750 Mrd. CHF.

Der Trade-off: Die SNB erkauft Exportstabilität mit künstlich günstigen Frankenkursen – und macht den Euro-Touristen das Leben schwer.

Vorteile Euro

  • Große Wirtschaftsunion
  • Hohe Liquidität
  • Weit verbreitet

Vorteile Schweizer Franken

  • Sicherer Hafen
  • Niedrige Inflation
  • Stabile Politik

Wie viel sind 100 Euro in Schweizer Franken?

Schnellumrechnung mit aktuellem Kurs (0,93 CHF)

  • 100 € × 0,93 CHF/€ = 93 CHF (August 2026).
  • Der Betrag weicht je nach Tageskurs ab: Zwischen 0,9224 und 0,9668 CHF in 2025.
  • Der effektiv erhaltene Betrag liegt nach Gebühren oft 2–5 % niedriger.
Der Praxistipp

Nutzen Sie für Beträge unter 50 € die Karte – die Fixgebühr von 3–5 CHF pro Bargeldwechsel frisst sonst den Kursvorteil.

Umrechnung kleinerer Beträge (1 €, 10 €, 50 €)

  • 1 € ≈ 0,93 CHF | 10 € ≈ 9,30 CHF | 50 € ≈ 46,50 CHF.
  • Bei kleinen Beträgen fallen Fixgebühren prozentual stärker ins Gewicht.

Gebühren und Spread bei Banken und Wechselstuben

  • Traditionelle Banken verlangen 2–5 % Spread (z. B. UBS, Credit Suisse).
  • Spezialisierte Anbieter wie Revolut oder Wise berechnen ca. 0,5 % Aufschlag.
  • Geldautomaten in der Schweiz erheben oft eine Grundgebühr von 3–7 CHF pro Abhebung.

Das Fazit für Reisende: Wer 100 Euro in bar wechselt, verliert bei der Bank 2–5 Euro durch den Spread. Online-Dienste sind günstiger.

Warum ist der Schweizer Franken so stark?

Stabile Wirtschaft und niedrige Inflation

  • Die Schweizer Inflation liegt bei 1,2 % – deutlich unter der Eurozone (2,4 %).
  • Das Bruttoinlandsprodukt wächst stabil, die Arbeitslosigkeit ist niedrig.

Politische Neutralität und hohe Staatsverschuldung

  • Die Staatsverschuldung der Schweiz beträgt 38 % des BIP.
  • Zum Vergleich: Der EU-Schnitt liegt bei 88 %. Das macht Schweizer Staatsanleihen zu sicheren Häfen.

Rolle als sicherer Hafen in Krisenzeiten

  • In Krisen (Corona 2020, Ukraine-Krieg) flüchten Anleger in den Franken.
  • Die Nachfrage treibt den Kurs nach oben – ein sich selbst verstärkender Effekt.

Der Mechanismus: Je unsicherer die Weltlage, desto teurer wird der Franken. Euro-Reisende zahlen die Zeche.

Kann man in der Schweiz mit Euro bezahlen?

Akzeptanz in Tourismusregionen und Geschäften

  • Viele Hotels, Restaurants und Souvenirshops in Zürich, Genf oder Interlaken akzeptieren Euro.
  • In ländlichen Regionen ist das seltener der Fall. Dort wird nur CHF akzeptiert.

Nachteile: schlechter Wechselkurs und Wechselgeld in CHF

  • Geschäfte rechnen Euro oft zu einem schlechten Kurs um (5–10 % Aufschlag).
  • Das Wechselgeld erhalten Sie in der Regel in Franken – und können die Münzen nur schwer wieder zurücktauschen.
Der Rat

Zahlen Sie in der Schweiz grundsätzlich in Franken. Der akzeptierte Euro-Schein kostet Sie bis zu 10 % zusätzlich – ein teurer Komfort.

Tipps: Vor Reise in CHF wechseln oder Karte nutzen

  • Tauschen Sie Euro vor der Reise in Franken – am besten bei einer Wechselstube mit fairem Kurs.
  • Nutzen Sie Kreditkarten ohne Fremdwährungsgebühr (z. B. Revolut, Wise).
  • Heben Sie an Geldautomaten in der Schweiz nur grössere Beträge ab, um Fixkosten zu strecken.

Die goldene Regel: In der Schweiz ist der Franken König. Wer mit Euro zahlt, verschenkt Geld.

Wird der Euro gegenüber dem CHF wieder steigen?

Prognosen von Grossbanken (UBS, Credit Suisse)

  • Analysten der UBS rechnen kurzfristig mit Kursen zwischen 0,90 und 0,97 CHF.
  • Die Credit Suisse sieht den Franken weiterhin als strukturell stark an.

Auswirkungen der EZB-Zinspolitik

  • Eine Zinserhöhung der EZB könnte den Euro stützen und den Kurs über 0,95 CHF drücken.
  • Bleibt die EZB zurückhaltend, wird der Franken weiter dominieren.

Geopolitische Risiken und ihre Wirkung auf den Franken

  • Jede neue Krise (Nahost, Ukraine, Handelskonflikte) verstärkt die Franken-Nachfrage.
  • Der Franken bleibt der sicherste Hafen Europas – und damit tendenziell teuer.

Was das bedeutet: Für 2026/2027 ist kein nachhaltiger Absturz des Frankens in Sicht. Euro-Reisende sollten sich auf einen Kurs um 0,90–0,95 CHF einstellen.

Wie viel sind 1000 Schweizer Franken in Euro?

Berechnung mit aktuellem Kurs (1 CHF = 1,07 EUR)

  • 1000 CHF ÷ 0,93 = 1075 EUR (Mai 2025).
  • Der tatsächliche Kurs weicht je nach Anbieter ab.

Umrechnung grosser Beträge (5000 CHF, 10.000 CHF)

  • 5000 CHF ≈ 5376 EUR | 10.000 CHF ≈ 10.753 EUR.
  • Bei Beträgen über 10.000 EUR können Meldepflichten greifen (§ 1 AWV in Deutschland).

Steuerliche Aspekte bei grösseren Summen

  • Private Währungsgewinne sind in Deutschland steuerfrei, wenn sie nicht spekulativ sind.
  • Bei regelmässigen Transaktionen kann das Finanzamt gewerblichen Handel vermuten.

Der Hinweis: Wer regelmässig grössere Summen wechselt, sollte einen Steuerberater konsultieren.

Fazit: Der Euro ist gegenüber dem Franken strukturell schwach – eine Kombination aus niedriger Inflation, hoher Staatsverschuldung der EU und der Rolle der Schweiz als sicherer Hafen. Für Reisende: In Franken zahlen, nicht in Euro. Für Anleger: Ein Einstieg unter 0,90 CHF ist spekulativ, aber möglich.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mit der EC-Karte in der Schweiz bezahlen?

Ja, viele Geschäfte akzeptieren die Girocard (EC-Karte) – aber nicht alle. In ländlichen Gegenden ist Bargeld (CHF) Pflicht. Fragen Sie vor dem Einkauf.

Wie viel Gebühren nimmt meine Bank beim Währungswechsel?

Die Spanne reicht von 0,5 % (Revolut, Wise) bis 5 % (traditionelle Banken). Fragen Sie vorher nach dem Devisenaufschlag.

Welche App ist am besten zum Währungsumrechnen?

XE.com und Wise bieten Echtzeitkurse. Für Transaktionen: Wise oder Revolut.

Lohnt es sich, Euro in der Schweiz zu wechseln?

Nur wenn Sie keine Karte ohne Fremdwährungsgebühr haben. Ansonsten: Karte nutzen.

Wie wirkt sich die SNB-Politik auf den Wechselkurs aus?

Die SNB hält den Franken künstlich günstig, um die Exportwirtschaft zu stützen – das drückt den EUR/CHF-Kurs.